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News - Archiv: März 2007

Schulen

Wird dem Leuchtturm der Strom abgedreht? – Ein Zwischenruf zur Zukunft des Carl-Zeiss-Gymnasiu

Reimann

Nils Wiegert
Nils Wiegert

Von Nils Wiegert

Eine nicht enden wollende Liste von Preisträgern bei „Jugend forscht“, bei deutschen und internationalen Olympiaden – das Jenaer Carl-Zeiss-Gymnasium hat in der Spitzenförderung eine Qualität, um die Schule, Stadt und Land deutschlandweit beneidet werden. Ein Bundesland nach dem anderen steckt eine Vielzahl von Millionen in eigene Prestigeprojekte, um im Laufe der nächsten Jahrzehnte zur Qualität des Zeiss-Gymnasiums aufzuschließen. In Thüringen aber wird nun eine fünfstellige Summe zum Problem. Stein des Anstoßes ist das Auslaufen des Schulversuches zur schulischen Langzeitförderung von mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch interessierten Schülern. Dadurch fallen zum neuen Schuljahr 50 Lehrerwochenstunden am Carl-Zeiss-Gymnasium weg. Aus Sicht der Schule entsteht somit eine Förderlücke zwischen der Frühförderung in der Grundschule und der Spitzenförderung ab Klasse neun, die gewachsene Förderqualität sei in Gefahr. Das Land hält dagegen, dass die Förderung durch die „Regionalzentren“ mit ihren „Korrespondenzzirkeln“ sehr viel effizienter sei. Die Schüler blieben länger an ihren bestehenden Schulen und würden dort die Qualität des Unterrichts befördern. Man wolle nicht die Qualität vieler Schulen zugunsten dieser einen in Jena aufgeben.

Diese Argumentation ist problematisch: Die Hochbegabtenpädagogik unterscheidet zwischen Hochleistern, die sich durch ihren Fleiß und ihre Gewissenhaftigkeit gute Leistungen buchstäblich erarbeiten, und Hochbegabten, die über eine herausragende Auffassungsgabe und / oder außerordentliche kognitive Fähigkeiten verfügen. Hochleister können als Zugpferde das Niveau einer Klasse hoch halten. Hochbegabte dagegen benötigen eine spezifische Didaktik. Sie denken anders und werden damit für „normale Klassen“ mitunter gar zur Belastung (oder diese für sie). Nicht selten erwächst aus Unterforderung schulische Verweigerung. Andere passen sich an, um sozial akzeptiert zu werden. In beiden Fällen bleiben hervorragende Potenziale ungenutzt, schöpfen junge Menschen ihre Möglichkeiten nicht aus. Ein herausragendes Fußballtalent mit dem Zeug zum Weltklassefußballer erhöht natürlich die Qualität einer Oberligamannschaft, wird sich selbst aber in dieser kaum weiterentwickeln. Dieses Talent braucht andere Herausforderungen, braucht Mitspieler, die seine Art zu denken und zu spielen, verstehen. Warum sollte dies bei mathematischen oder naturwissenschaftlichen Talenten anders sein?

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Frühlingsempfang

Gut besuchter Empfang der Liberalen

Reimann

Dr. Rösler und Dr. Röhlinger
Dr. Rösler und Dr. Röhlinger

Gut besucht war der Frühlingsempfang der FDP Thüringen und der FDP Jena, vergangenen Sonnabend im Jenaer Rathaus. Zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft, als auch von Mandatsträgern der politischen Mitbewerber waren der Einladung gefolgt. Als Ehrengast und Festredner hatte FDP-Landesvorsitzender Uwe Barth, MdB seinen Kollegen Dr. Philipp Rösler aus Niedersachsen eingeladen.
Für einen grundsätzlichen Wandel im politischen Umgang sprach sich Kreisvorsitzender Thomas Nitzsche in seiner Begrüßung aus. "Das, was bei der Debatte um die Sportarena zu erleben war, drohte die Würde des Stadtrates in Mitleidenschaft zu ziehen", sagte der Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes. Klare Positionen seien okay, weil man sich auf die einstellen könne. Dass mit Blick auf strategische Fragen Beschlüsse durch Ergänzungsanträge aufgeweicht werden, diene aber nicht der Sache. „Es muss im Stadtrat jetzt einen Wandel des Umganges der Fraktionen und der Mandatsträger untereinander geben“, mahnte Thomas Nitzsche an. "Was sich in den Sitzungen der vergangenen Monate oft abgespielt hat, war hart an der Grenze und der Würde eines solchen Gremiums unangemessen". Er erinnerte an die Haushaltsdiskussion, die Besetzung des Baudezernats und die Wanderungsbewegungen zwischen den Fraktionen. Zu den daraus entstandenen neuen Mehrheitsverhältnissen stelle der Kreisvorsitzende klar: Die so genannte "Freibürgerliche Linke" als Oppositionsfraktion aus PDS, Bürger für Jena und FDP beruht lediglich auf Übereinstimmungen in bestimmen Themen, sie ist aber kein reales Bündnis.“
Bei den kommunalpolitischen Themen der nächsten Monate will sich die FDP für mehr Qualität der Kita-Betreuung einsetzen, statt das zusätzliche Geld in eine einmalige Gebühren-Entlastung der Eltern zu stecken.
Dr. Peter Röhlinger, Jenas OB a.D. unterstrich Nitzsches Kritik am Umgang innerhalb des Stadtrates: "Dem Bürger ist letztlich völlig egal, in welcher Fraktion das einzelne Stadtratsmitglied sitzt. Der Bürger will, dass Jena auf der Überholspur bleibt."
Uwe Barth, MdB und FDP-Landesvorsitzender kritisierte die Landesregierung. Insbesondere kreidete er dem Ministerpräsidenten an, dass er "den Kultusminister ungebremst durch die Kulturlandschaft Thüringens rollen lässt". Bundespolitisch wertete Bartsch den Rückzug Edmund Stoibers aus der Politik als gutes Zeichen.
Nützliche Tipps zur Rückkehr in den Landtag konnte Dr. Philipp Rösler, der Chef der FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen, den Thüringern geben. Indem sich eine Partei auf die Aufgaben von Politik besinne, Gesellschaft gestalten und die Menschen motivieren, sei sie erfolgreich.

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Frühlingsempfang

Frühlingsempfang der FDP Thüringen, der FDP Jena und der FDP-Fraktion im Jenaer Stadtrat

Reimann

Dr. Philipp Rösler
Dr. Philipp Rösler

Die FDP Thüringen, die FDP Jena und die FDP-Fraktion im Jenaer Stadtrat begrüßen Vertreter der Wirtschaft, Politik, Bildung und Wissenschaft zum diesjährigen Frühlingsempfang am Samstag, 24. März 2007 11.00 Uhr in der Rathausdiele Jena.

Prominenter Gastredner ist Dr. Philipp Rösler, Landesvorsitzender der FDP Niedersachsen und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag.

Dr. Philipp Rösler wurde am 24. Februar 1973 in Vietnam geboren. Im November 1973 kam er durch Adoption nach Deutschland. 1992 legte er das Abitur ab. Er trat in die Bundeswehr als Sanitätsoffiziersanwärter ein und studierte Humanmedizien von 1993 bis 1999, absolvierte danach eine Weiterbildung als Arzt für Augenheilkunde bis 2001. Ein Jahr darauf promovierte er zum Dr. med.. Bis zur Wahl in den Landtag Niedersachsen 2003 war er als Truppenarzt in Hannover tätig. Dr. Rösler ist verheiratet.

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Bildungspolitik

Was macht Schulen erfolgreich?

Reimann

Nils Wiegert
Nils Wiegert

'Es sieht wieder mal so aus, als würde der Mut der Kultusminister nur bis zur technokratischen Prozesserneuerung reichen. Schulen erledigen ihre Bürokratie nun selbst. Nicht mehr jeder Radiergummi muss beantragt werden. Diese Art von Pseudoeigenständigkeit empfindet man in den Schulen als Täuschung. So steigt der Unmut. Misstrauen nimmt noch zu. Leider häufig auch der Rückzug. Wirkliche Selbstständigkeit, wie es die schulisch erfolgreichen Ländern von Neuseeland über Kanada bis nach Finnland vormachen, setzt ja vor allem Vertrauen in die Schulen voraus. Daran scheint es bei uns zu fehlen.' Ein Zitat aus dem Vorwort zum Artikel: Was macht Schulen erfolgreich? von Nils Wiegert. Der Artikel ist unter „Positionen“ zu finden. Nils Wiegert, Mitglied der FDP Jena, arbeitet als freier Berater, Referent und Autor zu Fragen der Reformen des Bildungs- und insbesondere des Schulsystems für Stiftungen, Schulträger und Fortbildungsinstitute. Seine besonderen pädagogischen Interessen gelten dabei der Schulentwicklung, der Evaluation qualitativer Lernerfolge, dem Umgang mit Heterogenität, der Kreativitätsentwicklung, der frühkindlichen Förderung sowie dem Gründungs- und Veränderungsmanagement. Er ist Diplom-Betriebswirt (BA) und studiert nebenberuflich Deutsch, Geschichte und Sozialkunde im Lehramt für Gymnasien an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1. Staatsexamen 2008). Nils Wiegert ist Projektleiter Schulen im Arbeitskreis Bildung der Stipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung.

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Hochschullandschaft

offener Brief

Reimann

Kreisvorsitzender Thomas Nitzsche
Kreisvorsitzender Thomas Nitzsche

Hochverehrte Magnifizenzen,
sehr geehrte Damen und Herren Rektoren und Präsidenten,
sehr geehrte Mitglieder der Stadt- und Gemeinderäte,


der Kreisvorstand und die Fraktion der FDP Jena bedauern den jüngsten Vorstoß des Oberbürgermeisters der Stadt Jena, Dr. Albrecht Schröter, mit dem er eine Fusion der Universitäten Jena und Erfurt angeregt hat. Nachdem inzwischen beide Hochschulen auf dieses Ansinnen reagiert haben, sehen wir uns aufgrund der in zahlreichen Gesprächen und Leserbriefen geäußerten Sorge auch der Jenaer Bürger gehalten, dies auch von Seiten der Politik nicht unkommentiert zu lassen.

Zum einen sind wir der Überzeugung, dass es mit dem Grundsatz der Hochschulautonomie nicht vereinbar ist, von kommunaler Seite in die Belange der Jenaer, der Erfurter, noch in die einer anderen Hochschule hineinregieren zu wollen. Strukturfragen sind entweder Sache der Hochschulen selbst, oder sie fallen in die Kompetenzen der Hochschulrektorenkonferenz. Wir sehen überdies nicht, dass der Oberbürgermeister seinen Vorschlag auf ein Mandat des Stadtrates gestützt hätte, noch kennen wir ein kommunales Gremium, das ihm ein solches Mandat geben könnte.

Auch in der Sache gehen wir anders als der Oberbürgermeister davon aus, dass sich Thüringen in seiner Gesamtheit als ein Bildungsstandort verstehen und dies auch so kommunizieren sollte. Wir können stolz sein auf ein weit verzweigtes Netz von Hochschulen unterschiedlichsten Profils, das diese auch künftig jeweils vor Ort eigenverantwortlich pflegen sollten. Auch der Einbindung unserer Hochschulen in überregionale und europäische Netzwerke helfen unüberlegte Vorstöße dieser Art nicht.

Natürlich sehen wir weiterhin die Universität und Fachhochschule Jenas als gewichtige Akteure im Thüringer Hochschulnetzwerk, dies aber vor allem als Partner der anderen Hochschulen. Gerade deswegen stehen der Stadt Jena Alleingänge nicht gut zu Gesicht. Die FDP steht auch in Hochschulfragen für Pluralität und nicht für Zentralismus. Ausdrücklich bieten wir in diesem Sinne den Vertretern aller Thüringer Hochschulen und den politischen Verbänden vor Ort unsere Zusammenarbeit an.
Hochachtungsvoll
Thomas Nitzsche, Kreisvorsitzender, Andreas Wiese, Fraktionsvorsitzender, Uwe Barth, MdB
Hochschulpolitischer Sprecher

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FDP Jena trauert

Reimann

Georg Möbius
Georg Möbius

Nachruf
Herr Georg Möbius

erster Vorsteher der Jenaer Stadtverordnetenversammlung nach dem II. Weltkrieg
Am 24. Februar 2007 verstarb unser langjähriges und ältestes Mitglied Georg Möbius.
Wir verlieren mit ihm einen aufrechten Demokraten, der liberal dachte, sozial handelte und gesamtdeutsch fühlte.
Wir werden Ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Seinen Angehörigen gilt unser ganzes Mitgefühl.
Kreisvorstand der FDP Jena

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