Hocherfreut zeigt sich die FDP über Stimmen aus der Koalition, die sich jetzt kritisch mit den Gastschulbeiträgen für die Kunst- und Musikschule auseinandersetzen. "Die Vertreter von SPD und Grünen, die sich jetzt in der Öffentlichkeit kritisch äußern, haben in den Ausschussdiskussionen der Vorlage noch zugestimmt. Hier findet glücklicherweise ein Umdenken statt", freut sich Fraktionsvorsitzender Andreas Wiese.
Ärgerlich sei insbesondere, dass mit widersprüchlichen Zielen gearbeitet wird, wie es gerade passt: Einerseits sollen Schüler aus der Umgebung verdrängt werden, um Jenaer Schüler, die auf der Warteliste stehen, nachrücken zu lassen. Andererseits sollen Mehreinnahmen erzielt werden, die es nicht mehr geben kann, wenn man die Gastschüler "erfolgreich" vergrault hat. Ginge es um Mehreinnahmen, hätte man besser den Gebührenvorschlag des letzten Jahres beschlossen.
Das eine weltoffene Stadt Jena sich gerade eine solche Gebührenungerechtigkeit leisten will, ist nicht nur ein starkes Stück in den Augen der liberalen Politiker sondern gerade bei den Eltern aus den benachbarten Kreisen, wie die Reaktionen zeigen.
"Zum einen bin ich froh, dass der Freundeskreis der MKS die Diskussion jetzt schon öffentlich angeschoben hat, gleichzeitig zeigen auch die Reaktionen der Anwohner aus den Nachbarkreisen die kritische Distanz zu den Gastschulbeiträgen. Das Argument, der Saale-Holzland-Kreis halte ja auch eine Musikschule vor und man könne die Kinder ja dort hinschicken, dürfte wohl mehr als kurzsichtig sein", so Wiese.
Auch FDP-Kreischef Dr. Thomas Nitzsche fragt, welches Gesicht die Stadt hier nach außen tragen will. "Das ist der Blick auf den eigenen Kirchturm, Kooperation mit dem Umland sieht anders aus. Wenn sich so was hochschaukelt, dann zahlen womöglich Jenaer Besucher im beliebten Stadtrodaer Freibad ab 2012 einen Euro mehr, weil Jena ja auch - zum Glück - noch ein konventionelles Freibad vorhält."
"Sowohl im Finanz- wie auch im Werkausschuss des Eigenbetriebes haben die Liberalen der Vorlage nicht zugestimmt, und wir werden auch im Stadtrat dieser Vorlage nicht zustimmen, da sie nicht nachvollziehbar, kurzsichtig und einer weltoffenen Stadt wie Jena nicht zu Gesicht steht", so Andreas Wiese abschließend.