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Stadtplanung

Studenten statt Senioren in der Fritz-Ritter-Straße

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Thomas Nitzsche
Thomas Nitzsche

Zum Artikel "Studenten statt Senioren in der Fritz-Ritter-Straße"

erklärt der Kreisvorsitzender der FDP Jena, Thomas Nitzsche:

Kleines Wort, schlimmer Denkfehler! Da tut sich die Gelegenheit auf, das verfallene Ex-Arbeitsamtsgebäude in der Ritterstraße endlich anzupacken und zugleich eine Menge neuen Wohnraum zu schaffen. Und was sagt die Stadt? "Was die Parkplätze betrifft, so ist die Verwaltung gegen die Versiegelung der Grünflächen vor dem Haus. "Der grüne Charakter muss bleiben‘, sagt Stadtarchitekt Lerm." Falsch! Sagen Sie: "sollte", Herr Lerm, dann bin ich ganz bei Ihnen, nicht aber "muss".


Mag das für den Leser zunächst kaum anders klingen, macht es doch den ganzen Unterschied, denn "sollte" stünde am Anfang eines angemessen abwägenden Verfahrens. Mit dem völlig richtigen Vorsatz, das Grün möglichst zu erhalten (Frage am Rande: über wie viel reden wir da eigentlich?), würde man dieses Anliegen in die eine Waagschale legen, in die andere den dringenden Bedarf der Stadt an zusätzlichem (hier wohl sogar: studentischem) Wohnraum. Unter Umständen käme man dann zu dem Ergebnis, dass man aufgrund eines gewichtigeren Interesses hier einmal vom (weiterhin richtigen) Grundsatz abweichen sollte. Passt einem das nicht, setzt man "muss" an den Anfang. Dann senkt sich die grüne Waagschale immer, ganz egal, was in der anderen liegt.

Ein echtes Muss gibt es übrigens: für das Gebäude sind Parkplätze auszuweisen. Das ist Baurecht, an dem die Stadt nicht vorbei kommt, mit dem sie nur kreativ umgehen kann. Bleibt sie beim grünen Muss, hat sie drei Möglichkeiten: 1. Krokodilstränen, nachdem das Projekt mal wieder am Parkplatzproblem gescheitert ist. Oder die Parkplätze werden (2.) woanders oder (3.) gar nicht errichtet. Zweitens stellt man den Anwohnern an ihrem Parkhaus vielleicht einen Fahrradständer auf, damit sie den täglichen 10min-Fußweg zum Auto etwas verkürzen können. Drittens freut man sich über die halbe Million, die die Ablösegebühr einmalig in den Haushalt spült, und schimpft über die Anwohner, die dann zum Feierabend auf ihren endlosen Runden mit dem Auto die Umwelt schädigen.

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